Spezialprogramme

Filmgeschichte - Wahn und Wirklichkeit

Nachdem der Archivar und Dokumentarfilmer Serge Bromberg gehört hatte, dass 183 Filmbüchsen des nie vollendeten Filmes „L’enfer“ von Henri-Georges Clouzot (1964) mit der legendären Romy Schneider immer noch existierten, bekniete er Clouzots Witwe, ihm das Filmmaterial zu geben. Sie lehnte ab – erst als die beiden danach im Fahrstuhl stecken blieben, konnte er sie überzeugen. Dieser glückliche Zufall beschert uns heute Brombergs Meisterwerk über das Scheitern, den Wahn einen perfekten Film drehen zu wollen.

 

l’enfer d’henri-georges clouzot
inferno

regie: Serge Bromberg, Ruxandra Medrea | F 2009 | 94 min | OmeU

Ein rätselhaftes und ungewöhliches Projekt von Wahnsinn und Eifersucht, ein unbegrenztes Budget, ein Film, der ein cineastisches Ereignis sein soll. Die Stars sind Romy Schneider und Serge Reggiani. Aber nach drei Wochen Dreharbeiten kommt das Aus. Das Projekt wird unterbrochen und die unglaublichen Bilder niemals gezeigt. Der Film L’enfer ist ein beeindruckendes Dokument über die Entstehung und den grandiosen Untergang dieses Films von Henri-Georges Clouzot.

atelier tübingen do 29 | 22.00
atelier tübingen so 01 | 20.00

 

Im Labyrinth der Freiheit - Neoliberalismus

Als Ursache der heutigen Wirtschaftskrise werden die Auswüchse des „Neoliberalismus“ betrachtet. Dem Ganzen liegt ein theoretischer Überbau zu Grunde.
Die Filmtage befassen sich in einem Dokumentarfilm und einer Podiumsdiskussion damit, wie sich die Theorie historisch zur Ideologie entwickelte und sich als weltweit führendes Wirtschaftsmodell durchsetzen konnte. Zwei französische Spielfilme illustrieren ironisch die Folgen des Neoliberalismus in der Unternehmenskultur: In der Komödie „Rien de personnel“ entpuppt sich eine Betriebsfeier als inszenierte Maßnahme, um die Effizienz der Mitarbeiter zu überprüfen. Eine von Arbeitslosigkeit geplagte Region gerät in „A l’origine“ in hellen Aufruhr, als sich ein verkappter Hochstapler zum Hoffnungsträger macht.

 

l’encerclement
eingekreist

regie: Richard Brouillette | CAN 2008 | 160 min | OmfeU

Wie entstand der Neoliberalismus? Wie konnte es kommen, dass sich nach dem Krieg die Ideen einer Denkschule in den Netzwerken der Konzernmanager ausbreitete, und – durch Lobbyismus – in den Politikerköpfen und Weltwirtschaftsorganisationen Fuß fasste? Eine Erfolgsgeschichte mit fatalen Folgen, dokumentiert in Interviews u.a. mit Noam Chomsky, Susan George, u.a.

atelier tübingen so 01 | 11.00
  „was ist neoliberalismus?“
podiumsdiskussion

im anschluss an die filmmatinée von l’encerclement diskutieren experten mit richard brouillette.
cafe haag im atelier so 01 | 14.00
 

à l’origine
am anfang

regie: Xavier Giannoli | F 2009 | 130 min | OmeU/OmdU

Paul, ein Kleinganove, ist Spezialist im Verkauf nicht vorhandener Baumaschinen. Er gibt sich als Mitarbeiter eines großen Bauunternehmens aus und sofort verbreiten sich in der Kleinstadt Gerüchte, dass der stillgelegte Bau der Autobahn weitergehen soll. Paul gefällt sich in der Rolle des Hoffnungsträgers und damit setzt sich eine unglaubliche Maschinerie in Gang …

museum 1 fr 30 | 19.30
lichtspiele mössingen so 01 | 20.15
arsenal mi 04 | 20.00
 

rien de personnel
nimm’s nicht persönlich

regie: Mathias Gokalp | F 2009 | 91 min | OmeU

Auf der Galaparty eines Pharmakonzerns ist nichts so, wie es zu sein scheint. Ein Rollenspiel entpuppt sich als Trainingssimulation für das Management. Gerüchte über Entlassungen machen die Runde. Monsieur Mueller sitzt in einer Toilette fest und Marek, die Reinigungskraft, wird als Chef des Konzerns hofiert …

museum 2 sa 31 | 22.30
museum 2 so 01 | 15.45