Zitate:
“Hut ab
Bonjour Tristesse: Nicht viel übrig blieb vom üblichen Luftschnappen
der Filmtage unter freiem Himmel. Damit der Tübingen-Trip des Berliner
Perkussionisten Steven Garling (der, wie uns der Mann im Rüschenhemd
fröhlich weismachen wollte, via Zaire führte) nicht ganz umsonst
war, verlegte man wenigstens René Clairs sieben Jahrzehnte alte
Labiche-Adaption „Un chapeau de paille d'Italie“ vom Hitnerhof
der Stiftskirche ins trockene Museums-Studio. Ohne das Freiluft-Flair
blieb es am Donnerstag freilich bei einer Art Privatvorstellung. Die
aber war wunderbar.
Anders als der stummfilmbewährte Mann am Klavier muß der Schlagwerker
ohne klangfarbig schwelgerische Tonalität zupaßkommen. Garling
zeigte, daß Perkusison viel mehr sein kann als nur Geräuschkulisse
und Taktverhalten.
So wie Clair der schnurrenden Vaudeville-Komik gehörige Beine macht,
galoppieren Trommelstab, Becken und Hi-Hat rund um den frivolen „Florentinerhut“,
wie er von einem Kutschgaul angefressen wird und so für heillose
Verwirrung sorgt, im kecken, mitunter gewitternden Gleichschritt mit.
Garling steigert geschickt das Vergnügen, verdichtet illustrativ,
während die Farce imemr tiefer ins Irrwitzige hineinstolpert. Da
wird dann auch der Surrealist Clair deutlich: Die Bilder wischen und
rasen – als das Kino nach dem Laufen auch noch rennen lernte.”
Schwäbisches
Tagblatt, 24. Juni 1997, wit
“Den mit 10.000 Mark dotierten Publikumspreis des Festivals, die “Fliegende
Kamera”, gestiftet vom Handels- und Gewerbeverein Tübingen
und dem schwäbischen Tagblatt, erhielt der Film “ist die Erinnerung
wasserlöslich?” von Charles Najman. Der Regisseur portraitiert
darin seine Mutter Solange Najman, die das KZ Bergen-Belsen überlebt
hat. Doch bei aller Verbitterung zeigt er eine vitale, lebensfrohe Frau,
die trotz alledem das Leben zu genießen weiß.”
Filmecho-Filmwoche,
05.07.97
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