1995


Pierre Arditi bien entouré

Stefanie Schneider erinnert sich:
“ 95 war Pierre Arditi Ehrengast und ich war so begeistert, dass ich (zum ersten und einzigen Mal ) das Ende der Kinovorstellung verpasst habe. Man möchte eben auch mal einen Gast ganz für sich haben.”


André Delvaux
Ousmane Sembène

Zitate:

„Könnte es sein, dass Menschen in allen Erdteilen mit einer Geste der Gelassenheit essen, rauchen, lieben, ihren Hund ausführen – nur nicht in französischen Filmen? Da geht es fast nie ohne einen irren Blick ab, ohne Extremes, extrem Telegenes.“
fux, Schwäbisches Tagblatt, 22.06.1995

“Was kann das schwäbische Adrenalin, das sich seit den Bauernkriegen hartnäckig jeder Aktivierung verweigert, aus seinem gemütlichen Plätzchen im albländischen Nebennierenmark hervorlocken? Die inzwischen zum zwölften Mal zelebrierten Französischen Filmtage sind der Grund, dass in Tübingen kollektiv der Schweiß ausbricht. Auch Ousmane Sembène, das senegalesische Aushängeschild der Afrikafraktion der Filmtage, blieb nicht von einem Marathon-Parcours durch Kinosäle und Diskussionsrunden verschont. Sembène, der sich nach einem bewegten Leben als Soldat, Hafenarbeiter, Journalist, aktives Mitglied in der CGT und KP zunächst der Literatur zuwandte, realisiert “erst” seit 30 Jahren Filme. Sein Film-Debut “La Noire de ...” (1966) war der erste Spielfilm Schwarzafrikas und begründete seinen Ruf weltweit. “Filmemachen in Afrika ist kein Luxus, sondern ein existentielles Bedürfnis. Dabei sind Literatur und Film eng miteinander verzahnt, sie interagieren. Deshalb arbeite ich meistens an beidem gleichzeitig”, erklärt Sembène, um die Struktur seiner art engangé bloß zu legen.“
Silke Bass, Die Tageszeitung, 26.06.1995


Robbe Grillet