2005


Denis Côté

Zitat:

“Flucht in den Norden
Regisseur Denis Côté zu Gast bei den Französischen Filmtagen
Europa meint es gut mit Denis Côté. Sein Spielfilmdebüt „Die nördlichen Staaten“ verfehlte nur knapp den Wettbewerb in Cannes, wurde dafür aber im Gegenzug in Locarno mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet. Anschließend lief der Film auf der Viennale, in Gent und in Hof, nun ist er im Programm der Französischen Filmtage, Thessaloniki und Belfort werden folgen. Mit diesem Erfolg war nicht zu rechnen, denn „Die nördlichen Staaten“ ist ein Low-Budget-Film mit einem ausgeprägt lokalen Bezug.
„ Mein Film hat gerade einmal 60 000 Euro gekostet, das Team umfasste sieben Leute, das Drehbuch hatte zwei Seiten“, erzählt der junge Kanadier. „Wir hatten den Film als einen sehr lokalen Film gedacht, aber plötzlich gehörte 'Die nördlichen Staaten' zu den letzten vier kanadischen Produktionen, die in der engeren Wahl für den Wettbewerb in Cannes waren, neben den neuen Filmen von Atom Ergoyan und David Cronenberg. Auch, wenn es nicht langte, dachte ich: Wow, der Film scheint doch wesentlich mehr Leute zu bewegen, als ich zu hoffen wagte!“
Mit seinem Film hat sich Côté zwischen alle Stühle gesetzt, er bezeichnet seinen Film selbst als „Ufo“, denn es handelt sich um eine ungewöhnliche Mischung aus Roadmovie, Dokumentarfilm, versetzt mit ein paar Gramm Krimi. Er zeigt einen Mann auf der Flucht, der seine kranke Mutter erst gepflegt und dann getötet hat.”
Stuttgarter Zeitung, 31. Oktober 2005, Ulrich Kriest


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