Art et Cinéma - Kunst und Kino

Rund um Henri Storck

Dem belgischen Dokumentarfilmpionier Henri Storck (1907-1999) und seinem Kreis widmet sich der Schwerpunkt Kunst und Kino. Ein Stummfilmprogramm - mit Klavierbegleitung von Uwe Oberg - enthält Kino-Poeme seines Lehrers Charles Dekeukelaire, eine Groteske seines Freundes Henri d'Ursel sowie einen Film zum Thema Krieg von Storck selbst. Der Kreis um Storck beschäftigte sich mit dem Oeuvre berühmter belgischer Künstler. Das Meisterwerk Symphonie paysanne von Storck selbst rundet das Programm ab.

Stummfilmprogramm

studio museum
so 05 | 20.30

am Klavier:
Uwe Oberg

combat de boxe
boxkampf

regie: Charles Dekeukeleire
B 1927 | 7 min

In diesem kinematografischen Gedicht wechseln sich Boxer und Zuschauer, Bewegung und Statik, Positiv- und Negativ- Aufnahmen ständig ab.

histoire du soldat inconnu
die geschichte des unbekannten soldaten

regie: Henri Storck
B 1932 | 10 min

Diese wilde Ansammlung von Ausschnitten aus Nachrichtensendungen von 1928 und 1929 (zu der Zeit, als der Briand- Kellogs-Pakt unterzeichnet wurde, der dem Krieg die gesetzliche Grundlage entzog) wurde damals durch die französische Zensur verboten.

impatience
ungeduld

regie: Charles Dekeukeleire
B 1928 | 26 min

Dieser Film hat vier Hauptdarsteller: die vorbeifliegende Landschaft, ein Motorrad mit vibrierendem Motor, darauf eine nackte Frau und auf uns hereinbrechende abstrakte Formen.

la perle
die perle

regie: Henri d‘Ursel
B 1929 | 25 min

Georges kauft eine Perlenkette für seine Verlobte. Auf dem Weg zu ihr wird ihm eine der Perlen gestohlen. Georges nimmt die Verfolgung auf und verliebt sich in die Diebin … Henri d‘Ursels einziger Film hat einen surrealistischen Anklang.

symphonie paysanne bauernsymphonie

regie: Henri Storck & Maurice Delattre
B 1942–44 | 115 min | OmeU

„Das anthropologische Meisterstück von Henri Storck. Dieser Dokumentarfilm ist wie ein großartiges und langsames Gedicht der Natur komponiert, in dem das Leben und der Tod der Menschen, der Tiere und der Pflanzen identische und lyrische Themen darstellen. Und dennoch ist es der Mensch, um den sich im Film alles dreht“ (Luc de Heusch)

studio museum
mo 06 | 21.30

Kunstfilmklassiker – Berühmte Belgische Maler

arsenal
so 05 | 15.30

magritte ou la leçon des choses

regie: de Heusch, Delcorde, Raine
B 1960 | 20 min | OmeU

Luc de Heusch betrachtet das Werk Magrittes, einer These André Bretons folgend, wie eine didaktische Demonstration. In Zusammenarbeit mit dem Maler entschlüsselt der Film die Gedankengänge hinter seinem Werk. Magrittes Universum erscheint als Abbild des menschlichen Geistes. Nicht ohne Humor kommentiert von anderen belgischen Surrealisten.

met dirk bouts
triff dirk bouts

regie: André Delvaux
B 1975 | 30 min | OmeU

Ein belgisches Filmteam erkundet Leben und Werk des niederländischen Malers Dirk Bouts (1415– 1475). Zeitebenen verschränken sich: Dem Vertrag des Malers für das „Das letzte Abendmahl“ wird der Fernsehvertrag des Filmemachers gegenübergestellt. Das Gemälde wird rekonstruiert. Landschaften, in denen Bouts lebte, bilden den Hintergrund dieser essayistischen Annäherung.

alechinsky d‘après

regie: Luc de Heusch
B 1970 | 20 min | OmeU

Der belgische Maler Pierre Alechinsky (geb. 1927 in Brüssel, Mitglied der Gruppe Cobra) wird bei der Entstehung eines seiner Gemälde beobachtet. Phasen der expressiven gestischen Arbeit wechseln mit Momenten der Reflexion.

calligraphie japonaise
japanische kalligraphie

regie: Pierre Alechinsky
B 1956 | 17 min | OmeU

Auf einer Reise nach Japan ergreift der Maler Pierre Alechinsky 1955 selbst die Kamera, um seine Sicht der japanischen Kalligraphie festzuhalten, von der er in seinem abstrakten Werk stark beeinflusst wurde. Zeitgenössische Künstler entwickeln aus der Kalligraphie abstrakte Gemälde.

le monde de paul delvaux
paul delvauxs welt

regie: Henri Storck
B 1944/46 | 11 min | OmeU

Eine lyrische Annäherung an die surrealen Kompositionen des belgischen Malers, Graphikers und Illustrators Paul Delvaux (1897–1994). Langsame Kamerabewegungen, begleitet von der Musik André Souris’ und der Stimme des französischen Dichters Paul Eluard vermitteln einen Eindruck von den Träumen und Obsessionen im Werk des Künstlers.


Programmkurator: Günter Minas
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