Fênetre FIDmarseille - Fenster des französischen Dokumentarfilms

Der Dokumentarfilm boomt in deutschen Kinosälen; dazu gehören auch französische Dokumentarfilme. Begegnungen zwischen Menschen, dem Filmautor und seinen Protagonisten gehören zu einem guten Dok-Film. Genauso ist es mit Kooperationen, in diesem Fall zwischen den Filmfestivals zweier Städte. Hier Tübingen, dort Marseille. Beide Partnerfestivals bieten ihrem Publikum einen Blick auf neue Dokumentar-Filme aus dem Nachbarland.

le fugitif ou les vérités d‘hassan
der amerikanische flüchtling,
oder die wahrheit über hassan

regie: Jean-Daniel Lafond
CA 2006 | 75 min | engl. OmfU

Washington DC, Sommer 1980: David Belfield, ein junger schwarzer muslimischer Student, bringt auf Befehl des Geheimdienstes den ehemaligen Pressesprecher des Schah in der Iranischen Botschaft um. Belfield, der im Iran im Exil lebt, erzählt seine Geschichte. Über den Umweg der Erkundung eines Einzelschicksales bietet uns Jean-Daniel Lafond eine Lektion in politischer Raffinesse, bei der es nicht nur eine Wahrheit gibt.

arsenal
sa 04 | 22.00

time is working around rotterdam
der lauf der zeit in rotterdam

regie: Valérie Jouve
F 2006 | 25 min
vorfilm

Nach ihrem ersten Film Grand Littoral, der in Marseille spielt, wurde die Fotografin Valérie Jouve eingeladen, in Rotterdam zu drehen. Ein neuer, anderer Himmel, eine andere Aufteilung des Stadtraums – was dieses Mal die Bilder „organisiert“, ist die Geschwindigkeit bzw. die verschiedenen Geschwindigkeiten, die eine Stadt sowohl in sich aufnimmt als auch produziert. Schnitt und Ton dienen ohne Kommentar als Führer.

 

les hommes
menschen

regie: Ariane Michel
F 2006 | 95 min | OmeU

„An den wilden Küsten eines eisbedeckten Landes dehnt sich der Sommer endlos aus, absolute Dämmerung, wo die Tiere herrschen. Ein Schiff, ein seltsames Tier, das aus dem Meer kommt, ohne Gewalt, dringt in die Landschaft ein.” So beschreibt Ariane Michel ihr wunderschön fotografiertes, mit Geräuschen aus der Natur versehenes Filmessay.

arsenal
so 05 | 22.00

prvi deo

regie: Florence Lazar, Raphaël Grisey
F/SER/CRO 2006 | 86 min | OmeU

Der Film baut auf einem aktuellen Gerichtsprozess in Belgrad auf, der erste seiner Art in Serbien. Er beschuldigt die Serben des Kriegsverbrechens wegen ihrer Rolle beim Massaker von Ovcara bei Vukovar im Jahr 1991, dem ersten großen Massaker der Jugoslawien-Kriege in den 90ern. In einem Hotel in Belgrad erinnern sich die Familien der Opfer von damals noch einmal an ihre Wahrnehmung des Prozesses.

arsenal
mo 06 | 22.15