Das waren die 22. Französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart!

Begeistert strömte das Publikum in die Tübinger und Stuttgarter Kinos, um die Vielfalt des aktuellen frankophonen Kinos zu entdecken. Die neue Festivalleiterin Andrea Wenzek über den Erfolg ihrer ersten FRANZÖSISCHEN FILMTAGE: "Mich freut sehr, dass das neue Profil des Festivals auf ein solch reges Interesse gestoßen ist. Wir wollen das Augenmerk auf Filme richten, die es nicht über den Rhein geschafft haben und Filmemacher vorstellen, die zwar in der Frankophonie sehr bekannt sind, in Deutschland aber überhaupt nicht."

Die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE schließen trotz leicht verringerten Umfangs mit ge-stiegenen Besucherzahlen. Auf die Zahl der Vorstellungen bezogen kamen durchschnittlich zehn Prozent mehr Zuschauer ins Kino, in Tübingen lag der Zuwachs sogar bei 20 Prozent.

Auszeichnungen:

Publikumspreis "Die Fliegende Kamera":

  • "Ouaga Saga" von Dani Kouyaté (Foto)
    Ein optimistischer Film über Hoffnung, Beharrlichkeit und Humor, mit denen die Jugend den oft widrigen Umständen des afrikanischen Alltags trotzt.

Verleihförderpreis

  • "Le petit lieutenant" von Xavier Beauvois
    "Im Stile des "cinéma vérité" beschreibt der Film den harten Polizeialltag in der Metropole Paris. Der Regisseur lässt den Figuren Raum, sich zu entwickeln und von sich selbst zu sprechen.

Preis der Jugendjury

  • "L'Iceberg" von Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy
    Die originelle, zugleich lustige und berührende Geschichte, die ausdrucksstarke Bildsprache und die hervorragende schauspielerische Leistung überzeugte die neun Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren.

Preis des Verbands der Deutschen Filmkritik

  • "L'enfant endormi" von Yasmine Kassari
    "In Zeiten, in denen Bilder verzweifelter Männer vor den Zäunen der europäischen Enklaven in Nordafrika die Fernsehnachrichten dominieren, richtet die Filmemacherin den Blick auf die, die zurückbleiben.

Ausführlichere Informationen finden Sie auf der Seite "Auszeichnungen"

Zahlreiche Filmschaffende aus Belgien, Kanada, Frankreich, Burkina Faso und auch Madagaskar besuchten die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE und verliehen dem Festival internationales Flair.

Marie-Clémence Paes, Produzentin aus Madagaskar kam zum diesjährigen Länderschwerpunkt Madagaskar. Zum ersten Mal wurde die größte Insel vor dem afrikanischen Kontinent in Deutschland als Filmland vorgestellt. Paes beeindruckte besonders von der warmherzigen Atmosphäre des Festivals: "Das Publikum war nicht nur von der Poesie der Lieder unseres aktuellen Films "Mahaleo" angetan, sondern interessierte sich lebhaft für die politische Situation unseres Landes."

Das neue Konzept der stärkeren Vernetzung mit Frankreich durch enge Kooperationen mit "FID Marseille", dem Dokumentarfilmfest in Marseille, und der Region Rhône-Alpes bereicherte das Programm um interessante aktuelle Filme. In Zusammenarbeit mit dem Magazin "Cahiers du Cinéma" wurde in diesem Jahr zum Thema "Was ist eine gute Filmzeitschrift" diskutiert. Der thematische Schwerpunkt der 22. Französischen Filmtage "Erinnerungsarbeit - Travail de Mémoire" zur Besatzungszeit in Südwestdeutschland und zur Kolonialisierung in Algerien und Marokko mit Filmen, Vorträgen und Diskussionen trug zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte bei.

Im roten Balken links finden Sie fotografische Rückblicke auf das Festival!