FILMTAGE AKTUELL Mo 25.10

Besucherströme am Wochenanfang
Regenwetter = Kinowetter?

Trotz - oder gerade wegen strömenden Regens machten sich auch am Montag, dem traditionell schlechtesten Kinotag der Woche zahlreiche Kinogänger auf den Weg ins Kino. Regisseure aus Südafrika, Frankreich, Quebec und ausnahmsweise sogar aus Deutschland stellten ihre Filme vor.

Benoît Pilon (Foto), der charmante Quebecer, traf auf begeisterte Besucher seines Filmes "Roger Toupin, épicier variété". Die Diskussionen rund um seinen Film wollten auch dann nicht versiegen, als Regisseur und Zuschauer wegen des Starts des nächsten Filmes aus dem Saal in die Museumslobby umziehen mussten.

Das weibliche Kino in Form von Regisseurin Angela Schanelec und der aus Paris angereisten Michelle Porte überbrückten mit ihren Filmen über das jeweils andere Land die Grenzlinien zwischen dem deutschen und dem französischen Film. Portes "La princesse palatine" nimmt die dekadente Welt des französischen Königshofes durch den ironischen Blick der Liselotte von der Pfalz wahr. "Marseille", Angela Schanelecs ungeschminktes, poetisches Porträt der Stadt bewies, dass auch deutsche Filme ésprit haben können.

Ismael Ferroukhi stellte sich derweil ganz anderen Herausforderungen: Die Jugendjury der Filmtage bemühte sich Montag mittag eine Stunde lang Zeit, dem aus Marokko stammenden Regisseur Löcher in den Bauch zu fragen. Regisseur und Jury waren, selten genug, am Ende mehr als begeistert voneinander. Ob diese Begegnung Bonuspunkte im Wettbewerb um "Prix de la Jeunesse" einbringt? Bestimmt nicht, denn die Jugend-Jury ist neutral!


Festival-Impressionen vom Montag

Face à face:
Heike Hurst (Bildmitte) moderierte das deutsch-französische Gespräch der Regisseurinnen Angela Schanelec rechts) und Michelle Porte
Nach den vielen Fragen, die ihm die Jugendjury gestellt hatte, zeigte sich Ismael Ferroukhi beim Fototermin ganz entspannt.

"Memories of Rain" heißt Angela Mais Film über das Leben der weißen Jeanny und des schwarzen Kevin im südafrikanischen Untergrund, den sie am Montagabend einleitete.
Foto: Schreier


In der Hektik des Festivalbüros treffen sie sich alle, Regisseure, Filmwirtschafter, Journalisten...: Hier disputieren Ismael Ferroukhi (Mitte links), Arsenalchef Stefan Paul (Mitte rechts) und Dieter Betz - wie Felsen in der Brandung


Hinter sich "Marseille", vor sich Tübingen: Angela Schanelec zog schon in Cannes die Blicke auf sich.
Foto: Albrecht


Oliver Schmitz hatte ein bewegtes Leben: Seine Eltern verließen Deutschland Richtung Südafrika, als Apartheidgegner und Wehrdienstverweigerer wanderte er Ende der 80er Jahre nach Deutschland aus.
Foto: Schreier


Michelle Porte, hier beim Face à Face-Gespräch, ist bei den Filmtagen mit der Dokumentation "La princesse palatine" und der Literaturverfilmung "L'après midi de Monsieur Andesmas" vertreten.
Foto: Schreier

Abzüge der Fotos können beim Festival-Team bestellt werden. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie bitte eine Mail an: presse@filmtage-tuebingen.de